BUNDESVERBANDES DER KINDERZAHNÄRZTE (BUKIZ E.V.) - Themen

Inhalieren gegen die Angst

Bundesverband der Kinderzahnärzte wirbt für den Einsatz von Lachgas besonders bei jungen und ängstlichen Patienten / schonende Narkose-Alternative hat viele Vorteile / Skandinavien, USA oder die Schweiz setzen Lachgas seit langem ein

Der Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) macht darauf aufmerksam, dass es neben der Vollnarkose weitere Möglichkeiten gibt für eine Zahnbehandlung von Kindern und von extrem ängstlichen Patienten, die mit einer lang andauernde Behandlung überfordert sind. Eines der Verfahren, das genutzt werden kann, ist die schonende und sichere Inhalations-Sedierung mit Lachgas. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Patienten begreifen können, dass sie ausschließlich durch die Nase atmen dürfen und nicht reden sollen, wenn sie die Sauerstoff-Lachgas-Mischung einatmen.

Entspannung während der Behandlung

„Die Behandlung mit Lachgas ist in vielen Fällen möglich“, sagt die stellvertretende BuKiZ-Vorsitzende Dr. Jacqueline Esch. Nach Angaben der Münchener Kinder -und Jugendzahnärztin setzt bereits jeder vierte der zertifizierten Kinderzahnärzte des Bundesverbandes die Inhalation mit Lachgas ein – Tendenz steigend. Über eine kleine Nasenmaske wird die Sauerstoff-Lachgas-Mischung (N2O) verabreicht. Bereits nach einigen Atemzügen beginnt sie zu wirken. „Die Patienten beschreiben ein Gefühl der Leichtigkeit und der Entspannung. Sie sind jederzeit während der Behandlung ansprechbar, da es keine Narkose ist“, betont Esch. Angst und Empfindlichkeit für Schmerzen nehmen gleichermaßen ab. Zusätzlich wird der Würgereiz extrem vermindert. Das Mischungsverhältnis von Sauerstoff und Lachgas wird individuell auf den Patienten eingestellt. Am Ende der Zahnbehandlung atmen die Patienten noch etwa fünf Minuten reinen Sauerstoff ein.

Danach ist die Wirkung des Lachgases vollständig aufgehoben. Es gelangt nicht in den Stoffwechsel, sondern wird vollständig wieder abgeatmet. Lachgas eignet sich für kooperationsbereite Kinder „Die Sedierung mit Lachgas in Kombination mit einer lokalen Betäubung kann unter Umständen schon bei recht kleinen Kindern eingesetzt werden“, versichert Esch.

Wenn bei schwierigen oder langwierigen zahnmedizinischen Behandlungen keine örtliche Betäubung gegeben werden kann, ist die Behandlung in Vollnarkose angezeigt. Lachgas eignet sich besonders für kooperationsbereite Kinder, für sehr ängstliche Patienten und Menschen mit Behinderungen. Voraussetzung für eine Lachgasbehandlung sind freie Atemwege und das Verständnis dafür, dass der Patient ausschließlich durch die Nase atmen soll und nicht reden darf.

Der Einsatz ist in angelsächsischen Ländern, Skandinavien, der Schweiz und vor allem in den USA seit Jahrzehnten weit verbreitet.